Hilfen im Trauerfall
Tritt der Trauerfall ein, befindet sich die Familie im absoluten Ausnahmezustand. Es gibt Verhaltensmuster, die mehr oder weniger automatisch ablaufen. Wichtig ist es für alle Beteiligten, dass man diese Verhaltensmuster als solche erkennt.
Musterbeispiele von Trauernden
Der Redner
Viele Trauernde haben ein großes Gesprächsbedürfnis. Sie brauchen Gesprächspartner, die zuhören können und es auch tun. Es ist gar nicht so wichtig Antworten zu geben, sondern zuzuhören. Das Reden führt zum Abbau der emotionalen Spannungen, so wird die Trauer nicht leichter aber etwas erträglicher.
Der Schweiger
Ein gewisse Gruppe von Trauernden kann und will nicht reden. Sie ziehen sich zurück und leiden im Stillen. Oftmals bringt man diesen Menschen nach einer gewissen Zeit Unverständnis entgegen. Das hat jedoch fatale Folgen, weil sich der schweigende Trauernde unter Umständen noch mehr in sein Schneckenhaus zurückzieht. Verständnis ist die wichtigste “Medizin”. Verständnis dafür, dass die Gefühle der Trauernden sozusagen eingefroren sind. Der Trauernde wirkt und ist versteinert, weil er keinen Zugang zu seinen Gefühlen hat. Deshalb ist es eine wichtige Hilfe Möglichkeiten zu finden, auf welchen Wegen man an die Gefühle der Trauernden kommt. Tiere, Pflanzen, Musik, Malen, Musik, bildende Künste oder ……..
Der Aggressive
Nach dem ersten Schock geraten viele Trauernde in eine Phase der Aggression. Die gestauten Gefühle nach dem ersten Schock verschaffen sich “Luft”. Für die Umgebung ist das nicht immer leicht. Wichtig für die Partner ist die Erkenntnis, dass die Aggression nichts mit “mir” zu tun hat. Der Trauernde befindet sich in einer emotional ungesteuerten Dimension. Er/Sie ist nicht Herr seiner Gefühle, somit auch nicht Herr seiner Aggression. Begegnen Sie diesen Aggressionen mit Verständnis und zeigen Sie trotzdem Ihr ehrliches Mitgefühl.
Faktor Zeit
Trauerverarbeitung braucht Zeit und hebelt alle bekannten Zeitmuster aus. Der häufigste Spruch, den Trauernde nach einer zugestandenen Zeit der Trauer zu hören bekommen heißt: “Du musst wieder zurück ins Leben, es ist genug getrauert.” Dieses Unverständnis verletzt den Trauernden, er fühlt sich unverstanden, nein, er ist unverstanden. Trauer kennt keine Zeiteinheit-Trauer braucht Zeit….nehmen Sie sich diese Zeit…sie steht Ihnen zu!!!!
Alles hilft, was die Gefühle ins Laufen bringt!